Glossar

Klage

Zahlt der Schuldner die vom Gläubiger geltend gemachte Forderung nicht, so hat dieser zwei Möglichkeiten die Forderung gerichtlich geltend zu machen. Er kann entweder das gerichtliche Mahnverfahren einleiten oder Klage erheben. Zur Klageerhebung kommt es, wenn der Schuldner die Forderung bestreitet oder sonstige Einwendungen erhebt. In diesen Fällen führt die Einleitung des gerichtlichen Mahnverfahrens nicht zum Erfolg, da es sich hier gerade um ein unstreitiges Verfahren handelt, das lediglich schnell und kostengünstig zu einem Schuldtitel führen soll.
Wird eine Forderung von vornherein bestritten, so ist es Inkassounternehmen untersagt, diese zu bearbeiten, da Inkassounternehmen nach dem Rechtsberatungsgesetz lediglich zur außergerichtlichen Einziehung voraussichtlich unbestrittener Forderungen berechtigt sind. Die Erhebung der Klage hat dann direkt vom Gläubiger bzw. seinem Prozessbevollmächtigten zu erfolgen. Beim Klageverfahren sind Forderungen unter 5 000,00 € beim Amtsgericht und Forderungen über 5 000,00 € beim Landgericht geltend zu machen. Zu beachten ist dabei der bei Landgerichten geltende Anwaltszwang.

Konkurs

Als Konkurs wird oftmals die Insolvenz einer Firma verstanden. Mehr Informationen sind unter dem Begriff Insolvenz zu finden.

Kontenpfändung

Die Kontenpfändung beim Schuldner erfolgt über einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss der von dem Gläubiger bzw. dem Gläubigervertreter bei dem zuständigen Gericht beantragt wird. Die kontoführende Stelle (Bank; Sparkasse) des Schuldners wird als Drittschuldner in Anspruch genommen. Es wird der Auszahlungsanspruch des Schuldners an seine Bank gepfändet. Da viele Schuldner über ein Girokonto verfügen und oft auch ihre Geldangelegenheiten über ihr Konto abwickeln, handelt es sich bei der Kontenpfändung um eine wichtige und häufig auch erfolgreiche Art der Pfändung.
Sollte der Schuldner nicht über ausreichend Geld zur Deckung der Forderung auf seinem Konto verfügen, so ist er oft dennoch darauf bedacht, sich mit dem Gläubiger auf eine Ratenzahlung zu einigen, um diesen zu einer zumindest vorübergehenden Freigabe seines Kontos zu bewegen. Der Schuldner hat ein starkes Interesse an der schnellen Beendigung des Pfändungszustandes, da bei einer Pfändung eine Meldung an die SCHUFA erfolgt, welche die Kreditunwürdigkeit des Schuldners zur Folge hat. Außerdem hat die Bank des Schuldners das Recht, die Geschäftsverbindung mit dem Schuldner zu lösen. Aussichtslos ist die Kontopfändung in den Fällen, in denen erhebliche Vorpfändungen vorliegen oder wenn die Bank ihrerseits bereits vorrangige Ansprüche gegen den Schuldner hat. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn der Schuldner sein Konto bereits überzogen hat. Außer dem Girokonto können bei der Bank auch alle weiteren Forderungen des Schuldners, wie z.B. Sparguthaben und Sparkassenbriefe gepfändet werden. Beim Sparbuch ist jedoch beispielsweise erforderlich, dass dieses zuvor der Schuldner an den Gläubiger (in der Regel über eine Vollstreckungshandlung durch den Gerichtsvollzieher) ausgehändigt hat.

Kostenerstattungsanspruch

Hierbei handelt es sich um den Anspruch des Gläubigers auf Ersatz der Kosten (Inkassokosten), die ihm durch den Auftrag an das Inkassounternehmen entstanden sind.

Kreditoren

Kreditoren werden die Gläubiger, Debitoren die Schuldner genannt. In der Kreditorenbuchhaltung bezeichnet man mit "Kreditoren" die finanziellen Verpflichtungen gegenüber den Kreditgebern (Lieferanten).

Kreditversicherung

Unter einer Kreditversicherung wird die Versicherung des Lieferantenkredits verstanden. Sie umfasst jedoch nicht Kredite wie Immobilienfinanzierungen oder Bankkredite. Diese werden gemeinhin als Restschuldversicherung oder Kreditausfallversicherung bezeichnet. Es gibt verschiedene Arten von Kreditversicherungen. Die bekannteste ist die Warenkreditversicherung, die eine Kreditversicherung im engeren Sinne darstellt, da der Versicherungsnehmer auch der Begünstigte im Schadensfall ist. Kreditversicherungen im weiteren Sinne sind die Vertrauensschadenversicherung und die Kautionsversicherung. Bei der Warenkreditversicherung (Synonym: Delkredere-Versicherung oder Forderungsausfallversicherung) ist der Ausfall von Forderungen bei Warenlieferungen oder Dienstleistungen Gegenstand des Versicherungsschutzes, weshalb sich in den letzten Jahren immer mehr der Begriff Forderungsausfallversicherung etabliert hat. Hier sichert sich der Kreditgeber ab.

Welche Kosten entstehen durch eine Kreditversicherung?

Auf die Kosten achten! Natürlich ist eine Kreditversicherung mit Kosten verbunden. Die Kosten richten sich grundsätzlich nach der Höhe des Kreditbetrages und nach dem versicherten Risiko. Auch das Alter des Kreditnehmers beeinflusst natürlich die Höhe der Kosten. Ein Beispiel verdeutlicht, wie die Kosten variieren können. Ein Verbraucher nimmt ein Darlehen über 100.000,00 EUR auf und zahlt dieses Darlehen über 10 Jahre zurück. Er entscheidet sich für den Abschluss eine Kreditversicherung. Das versicherte Risiko ist der Todesfall. Für die Versicherung fallen Kosten von ca. 2000,00 EUR an. Wird jedoch nur ein Darlehen über 50.000,00 EUR aufgenommen und in 7 Jahren zurückgezahlt, so belaufen sich die Kosten für die gleiche Restschuldversicherung lediglich auf ca. 1.200,00 EUR. Anzumerken ist dabei, dass sich die Kosten einzelner Versicherungen sehr stark voneinander unterscheiden können. Würde sich der Kreditnehmer sogar dafür entscheiden, ein weiteres Risiko abzusichern, so würden die Kosten noch weiter steigen. Die Kosten für die Kreditversicherung müssen in der Regel am Anfang der Laufzeit gezahlt werden. Sie werden auf den Kreditbetrag addiert und anschließend mit den monatlichen Raten zurückgezahlt. Im vorgenannten Beispiel müsste der Kreditnehmer dann beispielsweise 102.000,00 EUR zurückzahlen. Die Kreditversicherung wirkt sich also auf die Gesamtkosten eines Kredites aus.

Eine Risikolebensversicherung macht eine Kreditversicherung überflüssig

Kreditversicherungen sind in ihrem Aufbau Risikolebensversicherungen sehr ähnlich, wer also bereits eine derartige Lebensversicherung abgeschlossen hat, braucht keine Restschuldversicherung mehr. Im Vergleich zur Kreditversicherung mit Todesfallschutz, die nur das Todesfallrisiko bei einem laufenden Kredit absichert, ist eine Risikolebensversicherung die umfassendere Lösung – und meist auch die wesentlich rentablere Alternative. Falls man selbst als einziger Erwerbstätiger für die Ernährung einer Familie verantwortlich ist, gehört eine Risikolebensversicherung sowieso zum absoluten Pflichtprogramm.

In genau solchen Fällen kann eine Kreditversicherung weiterhelfen.

Hat man eine Kreditversicherung abgeschlossen, wird diese für die Rückzahlungen der fälligen Kreditraten einspringen. Dies kann nur für einen kurzen Zeitraum sein, aber auch bis zur vollständigen Begleichung des Darlehens. Damit die Kreditversicherung in Kraft treten kann, muss man sich zuvor zwischen unterschiedlichen Varianten entscheiden. Je mehr Risiken man dabei mit einbezieht, desto teurer wird die Versicherung im Monat. Die meisten Versicherer haben eine Kreditversicherung für den Todesfall. Darüber hinaus gibt es auch noch die Todesfallabsicherung mit Arbeitsunfähigkeit oder auch Arbeitslosigkeit. Sogar alle drei Punkte können abgesichert sein. Natürlich ist man mit der letzten Variante am besten bedient, doch oftmals ist ein so hoher Schutz nicht notwendig. Man sollte diesen nur in Anspruch nehmen, wenn man in einem gefährlichen oder gefährdeten Beruf arbeitet oder auch selbstständig ist.

Kreditwürdigkeit

Als Kreditwürdigkeit wird im Gegensatz zur rechtlichen Kreditfähigkeit die Möglichkeit, unter persönlichen und sachlichen Gesichtspunkten einen Kredit zu erhalten, bezeichnet. Im Rahmen einer Kreditprüfung wird meist zwischen persönlicher und wirtschaftlicher bzw. sachlicher Kreditwürdigkeit unterschieden. Die Prüfung der Zahlungs- und Geschäftsmoral, persönlichen Qualifikation und bisheriger Zuverlässigkeit ist Teil der persönlichen Kreditwürdigkeit. Zur Prüfung der wirtschaftlichen Kreditwürdigkeit ist auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Kreditnehmers einzugehen. Dies kann durch eine Analyse vorgelegter Jahresabschlüsse sowie einer Beurteilung der Unternehmensentwicklung aufgrund vorgelegter Finanzpläne, strategischer Pläne oder eingereichter Patente und Lizenzen erfolgen.
Strittig bei der Kreditwürdigkeitsprüfung allgemein ist stets die Frage nach der mangelnden Beurteilungsmöglichkeit künftiger Zahlungswilligkeit und Zahlungsfähigkeit des Kreditnehmers. In der Regel kann aus den vergangenen Erfahrungen nur unzureichend eine Vorhersage über die künftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage hergeleitet werden. Negativeinträge der SCHUFA (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) oder im Schuldnerregister können zum Verlust der Kreditwürdigkeit führen. Der Allgemeine Debitoren- und Inkassodienst ist Kooperationspartner der SCHUFA.

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